Gerade stellte Porsche Design den neuen Herrenduft „180“ vor. Drei Fragen an den Parfümeur Nicolas Beaulieu

Sie haben bisher Parfums für Modehäuser wie Salvatore Ferragamo und Comme des Garçons kreiert. Viel es Ihnen schwer einen Duft für eine Marke mit Automobilerbe zu entwickeln? 

Im Gegenteil. Ich finde das Erbe von Porsche extrem inspirierend. Kaum jemand schafft die Balance zwischen technischer Meisterleistung und reduziertem Design. Ähnlich funktioniert auch die Welt der Parfümerie. Sie ist die Kreuzung zwischen bildender Kunst und handwerklicher Präzision.

Wie ist es Ihnen gelungen, die Welt von Porsche Design in einen Duft zu übertragen?

Ich habe mir für die Wahl der Rohstoffe sehr viel Zeit genommen. Mir war wichtig, dass jede Zutat eine bestimmte Funktion erfüllt – eben wie die Einzelteile eines Autos. Der kräftige Akkord aus Hölzern und Amber übernimmt dabei die Rolle des (Duft-)Motors. Und die säuerliche Ananas bekommt durch die Vanilleschote einen süßlichen Counterpart. Ich habe das Parfum schließlich so lange „poliert“, bis ich zufrieden war. 

Die Duftnote „iced coffee” ist aber eine ungewöhnlich Wahl.

Dahinter steckt eine persönliche Geschichte. Mein ältester Bruder repariert in seiner Freizeit Oldtimer. Als ich ihn einmal in seiner riesigen Garage besuchte, standen überall leere Kaffeetassen herum. Zusammen mit dem Geruch von Öl und Schlamm entwickelten die kalte Kaffeereste einen verblüffenden, gar süchtig machenden Duft, den ich unbedingt für „Porsche Design 180“ nutzen wollte.

Dieses Interview erschien erstmals 2018 in Robb Report.